Landschaft des Wissens 

Der Verein  Landschaft des Wissens wurde im Jahr 2004 in Klagenfurt/Österreich gegründet. Die Mitglieder des Vereins sind Persönlichkeiten des Kärntner Wirtschaftslebens, die sich in Theorie und Praxis mit Entwicklungsstrategien für den ländlichen Raum beschäftigen. Der Verein ist überparteilich organisiert, die Finanzierung seiner Projekte erfolgt über Fördermittel der Europäischen Union, des kwf - Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds und Sponsoren. 

Sein zentrales Anliegen ist die Recherche, Diskussion, Initiierung und Begleitung innovativer Kooperationsprojekte. Diese Konzentration auf eine Kultur der Zusammenarbeit gründet auf einer spezifischen historischen Erfahrung und der Einschätzung einer gegenwärtigen und zukünftigen Notwendigkeit: Kärnten, eine Region, die in ihrer kulturellen Vielfalt für Europa typisch ist, liegt am Schnittpunkt des deutschen, italienischen und slowenischen Sprachraums. Vor Jahren noch mit dem Rücken zum Eisernen Vorhang, heute in der ersten Reihe vor der südosteuropäischen Bühne der erweiterten Union. Kooperationskultur ist vor diesem Hintergrund einerseits eine gewachsene Kompetenz, die in der Mentalität vieler Bewohner lebendig ist. Zugleich gibt es gerade in diesen Grenzräumen eine tiefsitzende Kultur der Furcht vor der Nähe des "Fremden" und lebendige Konfliktpotenziale. 

Die wirtschaftliche Situation des südlichsten Bundeslandes Österreichs ist geprägt von der Abwesenheit kraftvoller urbaner Zentralräume - neben wenigen großen Industriebetrieben existiert eine erfolgreiche dezentrale Struktur vieler kleiner und mittlerer Unternehmen aus Gastronomie, Handwerk und Gewerbe. Im Zuge fortschreitender Rationalisierung und Zentralisierung in einem globalen Markt ist die Kooperationsfähigkeit von Regionen, Unternehmen und öffentlichen Institutionen, wie zum Beispiel den Universitäten, zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor geworden. 

Netzwerkmanagement, Clusterbildungen, temporäre Arbeitsgemeinschaften, Branchenverbände etc. - das professionelle Management der Zusammenarbeit zwischen selbständigen kleinen Einheiten ist keinesfalls nur als defensive Reaktion auf die Effizienz industrieller Produktion oder zentralisierten Wachstums zu betrachten. Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechnologie oder auch die Fähigkeit, durch ein immer besser ausgebildetes Management komplexe Strukturen zu führen, zeigen bereits Organisationsmodelle, die der Interaktion von Abteilungen innerhalb eines Konzerns beziehungsweise den Institutionen einer Metropole ebenbürtig sein können. 

Die Qualitäten der Verdichtung, in ihrer urbanen oder ökonomischen Ausprägung, lassen sich zunehmend auch am Land oder zwischen Kleinbetrieben realisieren. Modelle, die gerade in den vorgestellten Projekten dieses Bandes eine wichtige Rolle spielen und ein Diskussionsbeitrag für alle sind, die sich mit regionaler Entwicklung auseinandersetzen. 

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